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DAVID DÖRNER

Nike Aktie unter Druck

  • Autorenbild: David
    David
  • vor 3 Stunden
  • 5 Min. Lesezeit

Disclaimer

Disclaimer: Alle Informationen und Hinweise stellen keine Anlageberatung und keine Empfehlung zum Handel von Wertpapieren, sondern nur meine eigene Meinung dar (§ 85 WpHG). Der Handel mit Wertpapieren birgt Risiken bis hin zum Totalverlust. Unbezahlte Werbung durch Markennennung und Präsentation von Firmenlogos.



Einleitung

Mit dieser Aktienanalyse zu Nike (ISIN: US6541061031) möchte ich einen Einblick in meinen Research geben. Viele Anleger stellen sich aktuell die Frage, ob die Nike Aktie nach ca. 64 % minus ein interessantes Investment sein kann.


Allgemeines zu Nike

„Das Unternehmen hinter dem Swoosh“


Bevor wir uns mit Kennzahlen, Cashflows oder einer möglichen Unterbewertung beschäftigen, lohnt sich zunächst ein Blick auf das Unternehmen selbst. Denn langfristig erfolgreiche Investments beginnen meist mit dem Verständnis des Geschäftsmodells.


Nike gehört heute zu den bekanntesten Marken der Welt und ist der größte Sportartikelhersteller weltweit. Das Unternehmen wurde ursprünglich am 25. Januar 1964 von Phil Knight und seinem ehemaligen Leichtathletiktrainer Bill Bowerman unter dem Namen Blue Ribbon Sports (BRS) gegründet. Damals importierte das Unternehmen zunächst Laufschuhe des japanischen Herstellers Onitsuka Tiger (heute ASICS) in die USA. Erst 1971 wurde daraus die Marke „Nike“, benannt nach der griechischen Siegesgöttin.


Der Ursprung von Nike liegt also nicht in einer Fabrik oder einer großen Innovation, sondern in einer einfachen Geschäftsidee: Hochwertige Sportschuhe zu einem attraktiven Preis anzubieten. Schon früh begann Bill Bowerman jedoch, eigene Schuhkonzepte zu entwickeln. Seine Idee, Sportlern durch bessere Produkte einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen, prägt das Unternehmen bis heute. Nike umfasst heute weit mehr als nur die bekannte Hauptmarke. Zum Konzern gehören unter anderem auch die Marken Jordan Brand und Converse. Gemeinsam bilden sie eines der größten Sport- und Lifestyle-Ökosysteme der Welt.


Was macht Nike heute?

Nike entwickelt, vermarktet und verkauft:

  • Sportschuhe

  • Sportbekleidung

  • Trainings- und Fitnessprodukte

  • Lifestyle-Produkte

  • Sportausrüstung und Accessoires


Die Produkte richten sich sowohl an Profi- und Freizeitsportler als auch an Konsumenten, die Nike als Lifestyle-Marke nutzen.


Besonders wichtig ist dabei, dass Nike selbst nur einen kleinen Teil seiner Produkte produziert. Die Fertigung erfolgt überwiegend über externe Partner und Auftragshersteller weltweit. Nike konzentriert sich stattdessen auf die Bereiche:


  • Produktentwicklung

  • Forschung & Innovation

  • Markenaufbau

  • Marketing

  • Vertrieb


Dadurch benötigt das Unternehmen vergleichsweise wenig eigenes Anlagevermögen und kann hohe Kapitalrenditen erzielen.


Das Geschäftsmodell von Nike

Das Geschäftsmodell von Nike basiert im Kern auf drei Säulen:



Nike Running. Kann dieser Geschäftsbereich der Nike Aktie wachsen?

1. Starke Marke

Der wichtigste Vermögenswert von Nike ist nicht eine Fabrik oder ein Patent, sondern die Marke selbst.

Durch jahrzehntelange Partnerschaften mit Athleten wie Michael Jordan, Cristiano Ronaldo, LeBron James oder Serena Williams hat Nike eine enorme Markenbekanntheit aufgebaut. Die Marke ermöglicht es dem Unternehmen, Produkte mit hohen Margen zu verkaufen und Kunden langfristig an sich zu binden.


2. Innovation

Nike investiert jedes Jahr Milliarden in Forschung und Produktentwicklung. Ziel ist es, Sportlern einen echten Leistungs- oder Komfortvorteil zu bieten. Neue Technologien wie Air, Flyknit, React oder ZoomX dienen nicht nur der Produktverbesserung, sondern stärken auch die Wettbewerbsposition gegenüber Adidas, Puma, On Running oder Hoka.


3. Globales Vertriebsnetz

Nike verkauft seine Produkte über zwei Hauptkanäle:


Nike Direct

  • Eigene Stores

  • Nike App

  • Online-Shop


Wholesale

  • Sporthändler

  • Kaufhäuser

  • Fachgeschäfte


In den vergangenen Jahren versuchte Nike, den Direktvertrieb auszubauen, da dort höhere Margen erzielt werden können. Aktuell verfolgt das Management jedoch wieder einen ausgewogeneren Ansatz und stärkt gleichzeitig die Beziehungen zu wichtigen Handelspartnern.


Investment-Kernthese


Nike ist aktuell kein „normaler Qualitätswert“, sondern ein Turnaround-Investment. Das Management gibt offen zu, dass das Unternehmen operative Fehler korrigieren muss:


  • zu viel Fokus auf alte Lifestyle-/Classic-Franchises,

  • zu viel Discounting,

  • zu viel ungesunde Lagerware und Schwächen in Digital,

  • China, Converse und Sportswear.


Gleichzeitig ist die Marke weiterhin extrem stark, Running/Football/Basketball zeigen wieder Momentum, und die Bilanz-/Cashflow-Qualität dürfte grundsätzlich robust bleiben.


Der entscheidende Punkt: Nike opfert bewusst kurzfristige Umsätze und Margen, um die Marke und den Marktplatz wieder gesünder zu machen.


Probleme die Nike selbst benennt


CEO Elliott Hill sagt klar, dass Nike wieder stärker den „Athlete“ ins Zentrum stellen will. Das ist indirekt ein Eingeständnis, dass Nike zuletzt zu stark auf Lifestyle, Klassiker und Distribution optimiert war, statt auf echte Sportinnovation. Nike fokussiert seine „Win Now“-Maßnahmen auf Kultur, Produkt, Marketing, Marketplace und lokale Umsetzung.


Wichtig für dich als Investor: Nike will wieder stärker über Performance-Sport gewinnen. Im CEO Letter nennt Nike Running als positives Beispiel:

Running erreichte im vierten Quartal 2025 wieder High-Single-Digit-Wachstum,


Basketball im Frauensegment wuchs im Geschäftsjahr um mehr als 50%, und im Fußball wurden alle drei Football-Boot-Silos innerhalb von zwölf Monaten erneuert.


Aber der CEO benennt auch den Kern des Problems: Nike musste die wichtigen Classic-Franchises Air Force 1, Dunk und Air Jordan 1 aggressiv „right-sizen“. Genau dort lag offenbar zu viel Angebot im Markt, was Marke, Preissetzungsmacht und Margen belastet.


Die nackten FY25-Zahlen sind schwach: Umsatz 46,3 Mrd. USD, nach 51,4 Mrd. USD im Vorjahr; EPS 2,16 USD, nach 3,73 USD; ROIC fiel auf 20,2%; Nike-Aktie erzielte über fünf Jahre −34,95% Total Return, während der S&P 500 +109,53% machte.


Notiz dazu: Das ist kein kleines Wachstumsloch, sondern eine echte operative Korrekturphase. Positiv ist, dass Nike das Problem offen benennt. Negativ ist, dass Umsatz, EPS, ROIC und Aktienperformance massiv unter Druck stehen.



Schwächen & Red Flaggs der Nike Aktie


Umsatz und Gewinn sind deutlich eingebrochen. FY25 Umsatz fiel auf 46,3 Mrd. USD, EPS auf 2,16 USD, ROIC auf 20,2%. Das ist ein massiver Qualitätsverlust gegenüber den Vorjahren.


Sportswear und Classics sind überdehnt. Air Force 1, Dunk und Air Jordan 1 mussten aggressiv bereinigt werden. Das zeigt, dass Nike zu viel von alten Erfolgsmodellen gelebt hat.


China ist ein echtes Problem. Q3 China Umsatz −10%, Digital −21%, Wholesale −13%; Q4 soll China rund −20%fallen. Das ist nicht nur zyklisch, sondern auch im Wettbewerb und markenstrategisch relevant.


Die Marge steht ebenfalls deutlich unter Druck. Q3 Bruttomarge nur 40,2%, belastet durch Zölle und Promotions. Nike sagt selbst, dass Promotions und Markdowns weiterer Gegenwind sind.

Das heißt, der Turnaround dauert länger als gewünscht. Das Management sagt mehrfach, dass das Comeback länger dauert. Das ist ehrlich, aber für Investoren ein Risiko, weil Erwartungen weiter nach unten angepasst werden könnten.



Diese Dinge musst du jetzt im Blick haben!


KPI:

Warum sie wichtig ist:

Gross Margin

Muss ab FY27 wirklich drehen. Sonst ist der Turnaround nicht glaubwürdig.

Nike Digital

Aktuell schwach. Wenn Digital weiter fällt, war die Direct-Strategie strukturell beschädigt.(Das könnte die Zukunft über online Sales gefährden)

China Umsatz & Sell-through

China darf nicht dauerhaft zweistellig schrumpfen, da potentiell größter Wachstumsmarkt)

Inventory

Muss weiter bereinigt werden, ohne die Marke zu beschädigen um sogar noch bleibende Corona Lagerbestände abzubauen.

Wholesale Wachstum

Zeigt, ob Nike wieder Marktanteile über Partner gewinnt. Ohne Partner wird es nicht gehen, weil noch immer +75% des globalen Handels offline in Geschäften passiert.

EPS-Erholung

Ohne Gewinnwachstum bleibt die Bewertung schwer zu rechtfertigen und der Aktienkurs kann sich nicht erholen.


Mein Ausblick bis 2028


Aus Investorensicht ist die entscheidende Frage nicht, wie Nike heute aussieht, sondern wie das Unternehmen in drei Jahren aussehen könnte.

Im positiven Szenario gelingt es Nike:


  • die Lagerbestände vollständig zu normalisieren,

  • die Bruttomarge wieder in Richtung 44–46 % zu steigern,

  • das Wachstum im Running und Performance-Bereich fortzusetzen,

  • den Großhandelsvertrieb nachhaltig zu stärken,

  • und die Schwäche in China zumindest teilweise zu überwinden.


Sollte dies gelingen, halte ich eine Rückkehr zu Umsätzen von über 50 Mrd. USD sowie eine deutliche Gewinnsteigerung bis 2028 für realistisch. Analysten erwarten bereits heute, dass die operative Marge bis 2028 wieder in Richtung 10 % steigen könnte, nachdem sie 2026 voraussichtlich nur bei etwa 5 % lag.



Was denkst du über die Nike Aktie?

Würdest du auch in dieses Unternehmen investieren, oder ist dir der Turnaround an der Börse "zu weit entfernt"?

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